Natura 2000

Natura 2000 ist ein System zum Schutz der europäischen Lebensräume und Arten in der Europäischen Union. Zwei sehr wegweisende Richtlinien, die Vogelschutzrichtlinie und die Fauna-Flora-Habitat Richtlinie, geben einen Rahmen vor, welche Ziele und Anforderungen in den Mitgliedsländern sinnvoll sind, um den Schutz der Natur zu gewährleisten. Auch in Schleswig-Holstein bestimmen diese Richtlinien das Naturschutzhandeln in erheblichem Maße. Das Land hat 311 Gebiete mit rund 911.000 ha als Bestandteil dieses europäischen Netzes gemeldet, um seinen Beitrag dazu zu leisten. Die gemeldeten Gebiete sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von der wenige Hektar großen Kalkflachmoorwiese bis zum fast gesamten Wattenmeer.

... ist eine Pflicht des Landes

Die Meldung der Gebiete ist allerdings erst der erste Schritt zur Errichtung des Schutzgebietssystems. Jetzt steht das Land vor der Aufgabe, innerhalb der gemeldeten Gebiete zu gewährleisten, dass die schützenswerten Arten und Lebensgemeinschaften dauerhaft erhalten werden und die hierfür notwendigen Maßnahmen getroffen werden. Es ist eine Pflichtaufgabe, deren Erfüllung von der EU kontrolliert wird.

Mitarbeit der Bevölkerung ausdrücklich erwünscht

Eine Umsetzung der notwendigen Maßnahmen über schlichtes Anordnen ist heute glücklicherweise nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen ist bei der Festlegung dieser Maßnahmen und der Aufstellung der hierfür notwendigen Managementpläne die Mitarbeit der Bevölkerung vor Ort nicht nur geduldet, sondern sogar ausdrücklich gewünscht. Besondere Anforderungen stellen sich in solchen Gebieten, in denen zahlreiche Privateigentümer vorhanden sind und ein großes Konfliktpotential zwischen den Landnutzern und den NATURA 2000-Ansprüchen besteht. Lokale Aktionen sind hier die geborenen Partner. Die schleswig-holsteinische Landesregierung teilt diese Einschätzung und hat sich deshalb zu einem ebenso mutigen wie auch im Bundesgebiet einmaligen Schritt entschlossen: Wo Lokale Aktionen mit einer professionellen Geschäftsführung bestehen, können sie die Trägerschaft für die Umsetzung der Natura 2000-Projekte übernehmen. Im Bereich von Lokalen Aktionen verzichtet das Land auf eine eigene Aufstellung der Managementpläne und die Umsetzung der daraus resultierenden Maßnahmen. Aufgrund der rechtlichen Verpflichtungen gegenüber der EU behält es aber selbstverständlich die letztendliche Zustimmung zu den Planungen und Maßnahmen. Nach positiver Prüfung werden die Kosten der Maßnahmen vom Land getragen.

SH machts vor

Schleswig-Holstein ist damit bisher das Bundesland, das seine Bürger am konsequentesten bei der Umsetzung von Natura 2000 beteiligt. Hintergrund für diesen Entschluss war die Erfahrung, dass der Erfolg bei der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen immer dort besonders groß war, wo der Naturschutz in einem ständigen und kooperativen Abstimmungsprozess vor Ort verankert war. Deshalb besteht das Ziel:

  • aus Betroffenen Beteiligte zu machen,
  • das Vertrauensverhältnis zwischen Beteiligten zu stärken
  • die Transparenz des Verfahrens sicherzustellen
  • eine aktive Mitgestaltungsmöglichkeiten zu bieten
  • den örtlichen Sachverstand adäquat zu würdigen und einzubinden
  • Konflikte zu erkennen und Lösungen zu identifizieren
  • für alle Beteiligten akzeptable Maßnahmen zu finden und dadurch schließlich
  • die Mittel planvoll und effizient einzusetzen
Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) · Koordinierungsstelle Schleswig-Holstein
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