Lokale Aktionen in Schleswig-Holstein – regionale Netzwerke zur Umsetzung von NATURA 2000

Mitte Januar 2007 wurden die "Richtlinien für die Gewährung von Zuwendungen für die Arbeit Lokaler Bündnisse zur Umsetzung von NATURA 2000 in Schleswig-Holstein" erlassen, die eine weitgehende Unterstützung von lokalen oder regionalen Initiativen anbieten. Im Jahr 2015 wurden die Richtlinien  überarbeitet und als "Richtlinien für die Gewährung von Zuwendungen für die Arbeit von "Kooperationen im Naturschutz" (Lokale Aktionen u.a.) in Schleswig-Holstein" veröffentlicht.

Definition

In ihrem Aufbau und ihrer Organisation entsprechen die Lokalen Aktionen, die zunächst "Lokale Bündnisse" genannt wurden, den Landschaftspflegeverbänden im übrigen Bundesgebiet. Wichtigstes Kriterium ist die Erfüllung der Drittelparität, das heißt, Naturschutz, Kommunen und Landnutzer sind innerhalb des Vereins gleichberechtigt vertreten. Zur Erfüllung der Kriterien nach der Förderrichtlinie müssen sie die Umsetzung von NATURA 2000 zum Ziel haben. Ferner sollen sie über eine hauptamtliche Geschäftsführung mit Fachqualifikation verfügen, die Umsetzung des Naturschutzes in Ihrer Satzung verankert haben und neben anderen Zielen die ökonomische und soziale Entwicklung im Geiste der Agenda 21 von Rio verfolgen. Insbesondere der kommunale Bereich, der Natur- und Gewässerschutz, die Landwirtschaft und der Tourismus der Region sollen in dem Bündnis vertreten sein. Die Gründung einer  Lokalen Aktion setzt also erhebliche Abstimmungen im Vorwege voraus. Betreut werden die Lokalen Aktionen durch die Landeskoordinierungsstelle des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege.

Ziele

Wie Landschaftspflegeverbände im übrigen Bundesgebiet verfolgen die Lokalen Aktionen das Ziel, in Ergänzung zu den bestehenden behördlichen und verbandlichen Strukturen durch vor Ort abgestimmte Konzepte die Umsetzung von Naturschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen zu ermöglichen. Sie verstehen sich als Dienstleister für die Organisation und Koordination von Naturschutzmaßnahmen. Keinesfalls wollen und können sie ein Ersatz der Behörden sein.

Zur Erfüllung der Kriterien nach der Förderrichtlinie müssen sie die Trägerschaft von landesweit bedeutenden Projekten, die der Umsetzung des zusammenhängenden ökologischen Netzes NATURA 2000 dienen, übernehmen. Lokale Aktionen entwickeln sich so zu einem wichtigen naturschutzpolitischen Instrument.

Fördermöglichkeiten

Die Förderung wird gewährt, sofern die Lokalen Aktionen gebietsspezifische Konzepte erarbeiten, die Projekte mit allen beteiligten Behörden, Einrichtungen und Personen abstimmen und die Maßnahmenumsetzung koordinieren oder durchführen. Eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit ist erwünscht.

Gefördert werden nach der Richtlinie die Personalkosten der Geschäftsführung sowie ggf. Assitenzkräfte, Miete und Nebenkosten sowie Kosten für die Ersteinrichtung oder Erweiterung der Geschäftststelle mit einem Anteil von 90%. Die Förderung kann für einen Zeitraum von bis zu 5 Jahren beantragt werden und wird über das ELER-Programm kofinanziert. Bei den bestehenden Lokalen Aktionen finanziert die private Kurt und Erika Schrobach-Stiftung (in drei Fällen) und die Stiftung Naturschutz (ein Fall) die verbleibenden Personalkostenanteile.

Antragsverfahren

Voraussetzung ist eine geeignete Trägerstruktur, in der Regel ein Verein, der ggf. speziell zu diesem Zweck zu gründen ist. Vor Antragstellung sollte der Abstimmungsprozess zwischen wesentlichen Vertretern des Naturschutzes, der Kommunen, der Landnutzer und des Tourismus der Region stattgefunden haben und ein verbreitetes Interesse an den Zielen vorhanden sein. Aus dem formlosen, schriftlichen Antrag, der an das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume zu richten ist, muss hervorgehen, dass die Kriterien gemäß Definition erfüllt sind und die Ziele, insbesondere zur Umsetzung von NATURA 2000 verfolgt werden. Ferner eine genaue Beschreibung des Projektgebietes, der NATURA 2000 – Erfordernisse, der geplanten Umsetzungsstrategien und der erwarteten Erfolge. Ein Musterantrag kann bei der DVL-Koordinierungsstelle angefordert werden, die auch bei der Antragstellung unterstützen kann.

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) · Koordinierungsstelle Schleswig-Holstein
Hamburger Chaussee 25 · 24220 Flintbek
Tel.: +49 (0)4347 - 9093884 · Internet: schleswig-holstein.lpv.de